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Bär an einer Kette in Frankreich

Bären in Frankreich

7.10.2020

VIER PFOTEN unterstützt den Kampf für ein Verbot von Wolf- und Bärenshows in Frankreich

In Frankreich wird nach wie vor eine beträchtliche Anzahl von Bären zu Unterhaltungszwecken missbraucht. Bei Festivals oder Zirkusvorstellungen werden diese Tiere von ihren Besitzern - den so genannten «montreur d'ours» - mehrere Stunden am Tag an einem Seil oder einer Kette vorgeführt und sollen vor dem Publikum Tricks vorführen.

Missbrauch von Bären zur Unterhaltung

Die Bären dieser «montreur d'ours» sind darauf trainiert, Tricks auszuführen und mit ihrem Besitzer zu interagieren, der immer bei ihnen ist und sie an einer Leine oder einem Seil hält. Die Shows mit den Bären finden oft in Rahmen von Festivals und oder Zirkusfesten statt, manchmal sogar bei privaten Veranstaltungen.

Aus Tierschutzsicht sind solche Shows weder erzieherisch noch künstlerisch wertvoll. Die Tiere sind gezwungen, fast das ganze Jahr mit ihren Besitzern zu reisen, während sie in Käfigen eingesperrt oder im Heck des Fahrzeugs angekettet sind. Während der Shows werden die Bären immer wieder zu nicht artgemässen Tricks gezwungen, wie z.B. Balancieren auf Bällen, Motorradfahren oder dazu gebracht, mit ihren Trainern zu «ringen» oder gegen ihren Willen mit dem Publikum zu interagieren.

Infolgedessen leiden einige der Bären an psychischen und physischen Krankheiten (z.B. Arthrose, Wirbelsäulenerkrankungen, etc.). Ausserdem stellen diese Shows eine Gefahr für die Sicherheit der Öffentlichkeit dar. Oft werden die Leute von den Bärenbesitzern während der Shows eingeladen, die Bären zu berühren und zu füttern, während der Bär mit einem Maulkorb an der Leine oder nur hinter einem einfachen Draht gehalten wird.

Gemeinsame Initiative für eine Gesetzesänderung

Gemeinsam mit den französischen Organisationen AVES France und Fondation Brigitte Bardot kämpft VIER PFOTEN für ein Ende der traurigen «montreur d'ours»-Tradition und bietet an, die #saddestbears von Frankreich zu retten. Ein wegweisender Schritt wurde kürzlich von der französischen Umweltministerin, Barbara Pompili, unternommen. Neben einem Verbot von Wildtieren in Wanderzirkussen gab sie bekannt, auch Shows mit Bären und Wölfen an wechselnden Orten zu beenden.

VIER PFOTEN begrüsst diese Entscheidung, aber obwohl diese Nachricht ermutigend und längst überfällig ist, ist noch nicht klar, wann das Gesetz in Kraft treten wird. VIER PFOTEN und andere Tierschutzorganisationen fordern eine baldige Umsetzung des Verbots, und falls nötig, wird VIER PFOTEN diesen Prozess natürlich auch unterstützen, indem wir den betroffenen Bären einen sicheren Platz bieten

Vor langer zeit

18. und 19. Jahnhundert:

Seinen Ursprung hat der Bruf des «montreur d'ours» in der französischen Region Ariège in den Pyrenäen, wird aber schnell in ganz Frankreich populär.

2019

Anfang 2019: 

Immer noch werden mehrere Bären von ihren Besitzern, den «montreur d'ours», zur Schau gestellt um alberne, unnatürliche Tricks bei mittelalterlichen Festen, Zirkusvorstellungen und privaten Festen in Frankreich vorzuführen.

August 2019:

Auf Initiative der beiden französischen NGOs AVES France und Fondation Brigitte Bardot, verspricht die französische Umweltministerin, Elisabeth Borne, den Schutz der in Gefangenschaft lebenden Tiere in Frankreich zu einem ihrer vorrangigen Projekte zu machen und kündigt an, bald einen Aktionsplan zur Verbesserung der Bedingungen für Wildtiere in Gefangenschaft vorzulegen.

September 2019:

Einem der bekanntesten «montreur d'ours», Sacha Poliakov, wird verboten, seinen Bären Micha in öffentlichen Shows vorzuführen, nachdem eine Inspektion ergab, dass der Bär an schweren gesundheitlichen Problemen leidet und unter schlechten Bedingungen gehalten wurde. Micha wird an ein Tierheim in Frankreich übergeben.

September 2019:

In Zusammenarbeit mit den beiden französischen NGOs AVES France und Fondation Brigitte Bardot startet VIER PFOTEN eine internationale Petition zur Beendigung der traurigen «montreur d'ours»-Tradition in Frankreich.

November 2019:

Vertreter von VIER PFOTEN, Aves France und der Fondation Brigitte Bardot übergaben den Zwischenbericht über die Petitionen an die Mitglieder der französischen Nationalversammlung, Aurore Bergé und Laëtitia Romeiro Dias. Beide werden die Botschaft an die französische Umweltministerin Élisabeth Borne weiterleiten. Bislang haben sich insgesamt 168.092 Menschen für ein Verbot von Bärenshows in Frankreich ausgesprochen. 

November 2019:

Weitere zwei der #Saddestbears aus Frankreichs (genannt Glasha und Bony) wurden von den französischen Behörden wegen ihrer sehr schlechten Haltungsbedingungen und der anhaltenden Proteste beschlagnahmt. Beide Bären wurden in Rettungsstationen in Frankreich und Deutschland untergebracht.

2020

Juli 2020

In Frankreich wurde ein neuer Gesetzentwurf, der die Lebensbedingungen von Wild- und Haustieren verbessern und ihre Misshandlung bekämpfen soll, von sieben Abgeordneten eingebracht. Der Gesetzesentwurf sieht ein Verbot von Shows mit Bären und Wölfen sowie ein Verbot für «den Erwerb, Besitz und die Haltung» von Wildtieren in Zirkussen ab dem 1. Januar 2026 vor. VIER PFOTEN kritisiert insbesondere die grausame Ausbeutung von Wildtieren für Unterhaltungszwecke. Bären und Wölfe werden auf Festivals, Shows, im Zirkus und auf privaten Festen in Frankreich dazu gezwungen, dumme, unnatürliche Tricks vorzuführen. Daher begrüssen wir diese neue Entwicklung und bestärken die Mitglieder des französischen Parlaments – aus der Nationalversammlung und dem Senat – darin, den Gesetzesvorschlag zu verabschieden, der einen grossen Schritt für den Tierschutz in Frankreich bedeuten würde

September 2020

Im Rahmen einer Pressekonferenz kündigt die französische Umweltministerin Barbara Pompili an, ein «schrittweises Verbot» von Wildtieren in Wanderzirkussen durchzusetzen. Das Verbot sieht vor, dass Wildtiere wie Bären, Tiger, Löwen und Elefanten in Wanderzirkussen nicht mehr zugelassen werden.

Bären im BÄRENWALD

Unsere nachhaltigen Alternativen zu Bärenshows.

Unsere VIER PFOTEN BÄRENWÄLDER und Kooperationsprojekte sorgen für eine angemessene Pflege misshandelter Bären.

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